OpenBSD 7.8 Setup Guide (Wi-Fi)
Kurzes Setup-Guide zur Installation von OpenBSD auf physischer Hardware ohne kabelgebundene Internetverbindung (also per Wi-Fi). Einige Schritte waren etwas knifflig in der Umsetzung; daher hier für Nachschlagzwecke dokumentiert.

Voraussetzungen
BSD-Systeme (insbesondere OpenBSD) kommen häufig mit einer minimalen Anzahl an
Treibern. Das führt in einigen Fällen zu einem Chicken-Egg-Problem, wobei
speziell die Treiber der Wi-Fi-Karte auf dem Installationsmedium während des
installationsprozesses nicht vorhanden sind. Die Lösung besteht darin, das
Basissystem von der Festplatte aus zu installieren und zuvor die Notwendige
Firmware auf das Installationsmedium zu bringen, damit diese von dort aus
installiert werden kann. Es sei hier noch erwähnt, dass eine kompatible
Wi-Fi-Karte vorhanden sein muss. Eine vollständige Liste findet sich auf der
offiziellen Seite von
OpenBSD. Die vorliegende
Wi-Fi-Karte verwendet den ax210-Chipsatz, der vom iwx-Treiber unterstützt
wird.
Es wir außerdem folgendes benötigt:
- Ein USB-Stick mit dem OpenBSD-Installer
- Zweiter USB-Stick mit den zusätzlichen Firmware Modulen
Für die Erstellung des Installationsmediums wird Linux verwendet. Der Prozess unter MacOS oder Windows unterscheidet sich möglicherweise.
Bootfähiger USB-Stick
Zuerst muss ein bootfähiger USB-Stick mit OpenBSD erstellt werden. Dazu wird
ein Image vom bevorzugten Mirror heruntergeladen.
Mit dd kann das Image auf den USB-Stick geschrieben werden (das X in sdX ist
die bevorzugte Festplatte z.B. sda):
sudo dd if=install78.img of=/dev/sdX status=progress
Firmware
Da durch fehlende Firmware (Wi-Fi-Treiber) keine Internetverbindung möglich ist, wird die automatische Firmware-Installation fehlschlagen. Um die fehlenden Module später zu installieren, wird die benötigte Firmware heruntergeladen:
wget -r --noparent 'http://firmware.openbsd.org/firmware/7.8/'
Anschließend wird die heruntergeladenen Firmware auf einen weiteren USB-Stick kopiert.
Die Inhalte von firmware.openbsd.org/ werden wie folgt auf den USB-Stick (hier ist
ist dieser unter /mnt/ eingehängt) kopiert:
sudo cp -R firmware.openbsd.org /mnt/
OpenBSD-Installer
In diesem Schritt wird einfach den Anweisungen des Installers gefolgt. Wenn
nach der Einrichtung der Netzwerkschnittstelle (z.B. iwx0) gefragt wird,
kann dieser Schritt mit der Eingabe von done übersprungen werden. Bei der
Aufforderung den Speicherort der Sets anzugeben, muss disk angegeben werden.
Bei der Frage ob das Speichermedium bereits eingehängt ist, wird no angegeben.
Bei der nächsten Eingabeaufforderung kann dann der USB-Stick ausgewählt werden auf
dem sich der Installer befindet. OpenBSD findet nun automatisch die Sets und
installiert diese ohne eine Internetverbindung.
Firmware-Installation
Nach erfolgreichem Installationsprozess kann mit dem Basissystem kann nun der
USB-Stick mit der fehlenden Firmware angeschlossen werden. Der
Firmware-USB-Stick kann mit folgendem Befehl eingehängt werden (hier befindet
sich der USB-Stick unter /dev/sd2i):
sudo mount /dev/sd2i /mnt
Um die Firmware zu installieren wird fw_update mit dem Pfad zur Firmware
ausgeführt. Anschließend sollte ein Neustart durchgeführt werden:
fw_update -p /mnt/firmware.openbsd.org/firmware/7.8/
Wi-Fi-Verbindung herstellen
Um eine Wi-Fi-Verbindung herzustellen, muss zunächst die erforderliche
Schnittstelle (hier iwx0) gestartet werden:
ifconfig iwx0 up
Bevor eine Verbindung mit dem bevorzugten Wi-Fi-Netzwerk hergestellt werden kann,
muss zunächst eine Schnittstellenkonfiguration erstellt werden. Dazu wird die
Datei /etc/hostname.iwx01 bearbeitet:
nwid <wifi_ssid> wpakey "\\$deinSuperGeheimesPW1"
inet autoconf
Anmerkung: Sonderzeichen z.B. $ (wie im vorheringen Beispiel) müssen mit
\\ escaped werden.
Zuletzt kann sich mit dem bevorzugten Wi-Fi-Netzwerk verbunden werden:
sh /etc/netstart iwx0
Wenn die erstellte Netzwerkkonfiguration korrekt ist, sollte eine Verbindung mit dem Netzwerk möglich sein. Zum Testen der Verbindung kann Ping verwendet werden:
ping openbsd.org
Benutzer & Rechte
Es ist bewährte Praxis, neben dem Root-Benztzer auch einen Non-Root-Benutzer für den täglichen Gebrauch einzurichten. Hierfür wird zuerst ein User erstellt und anschlließend ein Passwort erstellt:
useradd -m <username>
passwd <username>
Um für die Installation von Softwarepaketen den Non-Root-Benutzer verwenden zu
können, muss doas, das BSD-Äquivalent zu sudo, eingerichtet werden. Doas
ermöglicht das Ausführen von Befehlen als Root. Zuerst muss die
Doas-Konfiguration in /etc/doas.conf einrichten werden:
permit persist :wheel
Um dem normalen Benutzer Befehle als Root-Benutzer ausführen zu lassen, muss dieser
zur wheel Gruppe hinzugefügt werden:
doas usermod -G wheel <username>

OpenBSD, FAQ Networking – DHCP Client, https://www.openbsd.org/faq/faq6.html [Fri Apr 3 05:01:28 PM CEST 2026] ↩︎